Mittwoch, 4. Juni 2014

Outside the Box: Schlechter Speiseplan in den Kitas

Die Bertelsmann Stiftung hat vor Kurzem die neueste Studie zum Kita-Speiseplan veröffentlicht. Diese macht ziemlich deutlich, wie schlecht unsere Kinder ernährt werden. Das Mittagessen beinhalte demnach zu viel Fleisch und zu wenig Obst und Gemüse. Insgesamt sei das Essen in den Kindertagesstätten unausgewogen. Nur jede dritte Kita in Deutschland entspricht dem Standard, dem Rest fehlt es schlichtweg an Geld, fachlichem Wissen und/oder Speiseräumen.

Das Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung, Jörg Dräger, fordert mehr Engagement in Form von einer Festlegung von Qualitätsstandards von der Politik. Schließlich sei eine gute Ernährung eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung und Bildung von Kindern. Hier komme der Kita eine zentrale Rolle zu.

Die Bertelsmann-Studie hat offengelegt, dass die Eltern im Durchschnitt 2,40 Euro für ein Mittagessen zahlen. Für eine wirklich ausgewogene Mahlzeit müssten Eltern nach den DGE-Standards 4 Euro zahlen. Das Essensgeld wird nicht nur von den Eltern gestemmt, sondern auch von den Kommunen und Trägern gefördert. Die Qualität des Essens richtet sich also danach, wie viel diese für die Gesundheit der Kinder ausgeben möchten.

Bundesweit betrifft die schlechte Ernährung in den Kitas fast 80 Prozent der unter 3-jährigen sowie 60 Prozent der über 3-Jährigen. Am besten ist die Versorgung in Kitas, in denen selbst gekocht wird. Dies wird jedoch nur 1/3 aller Kitas gemacht, die meisten anderen Einrichtungen lassen sich das Essen warm oder tiefgekühlt liefern.

Gerade weil schon viele kleine Kinder mit Übergewicht zu kämpfen haben, hat die Studie auf ein weitreichendes Problem aufmerksam gemacht, das hoffentlich bald angegangen wird.

Ich persönlich kann nur von der Kita berichten, die meine Tochter besucht. Hier liefert ein Caterer tiefgekühltes Essen, das von einer Küchenfee aufbereitet wird. In unserem Fall ist es nicht das fehlende Geld, sondern der fehlende Platz, weshalb auf diese Art das Essen bereitet wird. Die Kita versucht das auszugleichen, indem die Küchenfee zu jeder Mahlzeit Rohkost und Obst der Saison als Nachtisch anbietet. Außerdem werden als Snacks Obst und Gemüseschalen bereitgestellt, an denen sich die Kinder bedienen können. Hin und wieder werden die Eltern angehalten, etwas beizusteuern. Trotzdem empfinde ich den Speiseplan ebenfalls als zu fleischlastig und zu unausgewogen, denn Pommes, Schnitzel und Co. werden bei uns regelmäßig angeboten. Nur ein Tag in der Woche ist rein vegetarisch. Obwohl das Thema Ernährung immer mal wieder zusammen mit den Kindern thematisiert wird, ändert sich nichts an dem Speiseplan. Frei nach dem Motto: Wenn es Gurken und Möhren zum Essen dazugibt, kann das Schnitzel nicht so schlimm sein. Das mag stimmen, wenn nicht die Tage danach Currywurst, Geschnetzeltes und Hühner-Frikassee auf dem Speiseplan stünden. Dies macht die Kita nicht zu einer schlechten Einrichtung, ganz im Gegenteil, diese Kita macht eine tolle Arbeit. Ich würde mir jedoch mehr Alternativen für das Mittagsmenü wünschen.


Hier kommt Ihr zur Bertelsmann-Studie.

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